SustainLife

Das Projekt

SustainLife


Lebende Forschungsanwendungen spielen in den Geisteswissenschaften eine zentrale Rolle bei der digitalen Ergebnissicherung und -präsentation. Die Nachhaltigkeit und Dauerhaftigkeit dieser Systeme selbst ist allerdings angesichts ihrer stetig zunehmenden Zahl organisatorisch nur schwer zu sichern.

Lebende Systeme existieren in Form von Präsentationssystemen, interaktiven Visualisierungen, Recherche-Datenbanken, digitalen Editionen oder digitalen Arbeitsumgebungen und sind aus dem Arbeitsalltag in den Geisteswissenschaften nicht mehr wegzudenken. Im Gegensatz zu traditionellen Formen der Ergebnissicherung, wie bspw. der Buchpublikation, ist die dauerhafte Erhaltung, Betreuung und Bereitstellung dieser lebenden Systeme weiterhin eine große technische und organisatorische Herausforderung. Während es vergleichsweise einfach möglich ist, Datensets von Forschungsprimärdaten in Datenarchiven für die Nachwelt zu konservieren, sind lebende Systeme Teil eines digitalen Ökosystems und müssen sich diesem, z.B. in Form von Updates, regelmäßig anpassen.

Das Projekt “SustainLife” erprobt die Übertragbarkeit von Methoden und Technologien professioneller (Cloud-)Deployment- und Provisionierungsstrategien auf Problemstellungen nachhaltiger Verfügbarkeit von Forschungssoftware, wie sie in geisteswissenschaftlichen Datenzentren wie dem Data Center for the Humanities (DCH) an der Universität zu Köln allgegenwärtig sind. Zur Anwendung kommt dabei der OASIS-Standard TOSCA bzw. die am Institut für Architektur von Anwendungssystemen (IAAS) an der Universität Stuttgart entwickelte OpenSource-Implementierung OpenTOSCA.

Das Vorhaben identifiziert ausgehend von Use Cases häufig verwendete Schlüsselkomponenten mit großem synergetischem Potential, typische Anwendungsstrukturen und zentrale Wartungsaufgaben. Diese werden in TOSCA modelliert bzw. in Form zusätzlicher Managementfunktionalitäten umgesetzt. Das Ziel ist, generische Konzepte für standardbasierte Betriebs- und Wartungslösungen zu entwickeln und diese für bestimmte Komponenten und Anwendungsstrukturen auf eine Art und Weise umzusetzen, dass sie in geisteswissenschaftlichen Datenzentren praktische Anwendung finden können. Erkenntnisse und Best Practices aus dem Vorhaben werden so aufbereitet, dass Lösungsmodelle auf Partner und andere Datenzentren übertragbar sind, und werden durch Ausrichtung von Workshops einem erweiterten Interessentenkreis vermittelt.

Mit dem beantragten Projekt leisten das DCH und das IAAS einen wichtigen Beitrag zur Erforschung von Modellen zur Steigerung der Effizienz in Betrieb und Wartung von Forschungsanwendungen in den Geisteswissenschaften und damit auch zur Reduzierung laufender Kosten.

Forschungspartner

Universität zu Köln - Data Center for the Humanities (DCH)
Universität Stuttgart - Institut für Architektur von Anwendungssystemen

Kontakt

Bei Fragen zu SustainLife kontaktieren Sie bitte: Uwe Breitenbücher (mail)